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Offene Führung "NS-Zwangsarbeit und Gesundheit" am 20. Juni 2023 um 18 Uhr

 

Wir möchten Sie auf folgende Veranstaltung hinweisen:

Offenen Führung "NS-Zwangsarbeit und Gesundheit" Dienstag, den 20. Juni um 18 Uhr.

Die Führung findet in der Dauerausstellung "Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945", Godehardstraße 11 in Göttingen statt.

 

Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche zum Launch des digitalen „Bildungsportals NS-Zwangsarbeit“

mit Arndt Kohlmann und Günther Siedbürger, Mitarbeiter der Ausstellung
Ort: Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“, Godehardstraße 11, Göttingen.

„Der krampfhafte Hunger, die Kälte, der Schlamm, in dem man den ganzen Tag lebt, die Schläge, die Verletzungen und die nicht behandelten Krankheiten, die Müdigkeit, der Zusammenbruch aller Ideale, die ständigen herben Zurechtweisungen der Aufseher und der Vorarbeiter, der Hohn aller, auch anderer Gefangenen, die auszehrende, erschöpfende Arbeit, dabei angetrieben zu werden von einem stichelnden Folterer, der kein Erbarmen kennt. Das ist Schmerz!“

notiert Giuseppe Chiampo 25. November 1943 in seinem Tagebuch.

Sein Eintrag zeigt, wie umfassend die gesundheitlichen Risiken für Zwangsarbeiter*innen sein konnten. Sie reichten von direkter psychischer oder physischer Gewalt bis zu subtileren Formen wie dem Entzug von Nahrung oder Wärme bis zur Verweigerung medizinischer Behandlung. Wie groß diese Risiken waren, hing von vielen Faktoren ab – von der Herkunft, aber mitunter auch einfach vom Zufall, wie zugewandt andere Menschen waren. Gerade Zwangsarbeiter*innen aus Osteuropa erfuhren hier häufig weitere Ausgrenzung. Andersherum wurden Zwangsarbeiter*innen auch eingesetzt, um das Gesundheitswesen am Laufen zu halten.

Die Ausstellungsführung stellt das Thema Gesundheit in der Zwangsarbeit als facettenreiches Thema vor. Der Zusammenhang von Zwangsarbeit und Gesundheit, mit dem Widerspruch zwischen effizienter Ausnutzung von Arbeitskraft und rassistischer Ausgrenzung, wird dabei ebenso in den Blick genommen wie individuelle Geschichten von Menschen, die in Südniedersachsen zur Arbeit gezwungen wurden.

 Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.

 

 



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