Veranstaltungen

Friedland: Museum, Lager und Heimkehrerdenkmal

Sa., 13.04.2019
Leitung: Hinrich Lange, OstR i.R., Dr. Sascha Schießl

Kosten: 37,-- €(incl. Fahrkosten, Eintritte sowie Mittagessen und ein Getränk)
Treffpunkt: 9.45 Uhr Bahnhofshalle
Abfahrt: 10.18 Uhr, Rückkehr individuell
Verbindliche Anmeldung bis spätestens 15.02.2019
 

Das Lager Friedland ist einer der bedeutendsten Orte der bun­desdeutschen Nachkriegsgeschichte. Einerseits durchliefen seit seiner Einrichtung im September 1945 mehr als vier Millionen Menschen das Lager, unter ihnen Flüchtlinge und Vertriebene, entlassene Kriegsgefangene, Aussiedler*innen, Flüchtlinge aus Ungarn, Chile und Vietnam sowie in den letzten Jahre Asyl­suchende aus Syrien, Afghanistan, Irak und anderen Ländern. Das Lager hat damit im Laufe seines Bestehens immer wieder andere Funktionen übernommen. Wer unter welchen Bedingun­gen in Deutschland aufgenommen wurde, wurde - in den ersten Nachkriegsjahrzehnten stärker als heute - gerade auch hier ver­handelt.

Das Lager ist weiterhin in Betrieb und damit die am längsten be­stehende Institution ihrer Art in Deutschland und vermutlich in Europa.

Andererseits war Friedland insbesondere in den 1950er Jahren ein politisch ungemein aufgeladener Ort, an dem sich politische und erinnerungskulturelle Debatten verbanden, die zum Teil bis heute nachwirken.

Anfang 2016 wurde das Lager um ein Museum ergänzt, das sich zum einen der vielschichtigen Geschichte des Ortes widmet, zum anderen aber auch Stellung beziehen will zu aktuellen Fragen von Flucht, Migration und Aufnahme.

Hinrich Lange steht uns an diesem Tag als bewährter Reiseleiter zur Verfügung. Mit Dr. Sascha Schießl, der mit einer Arbeit über Friedland promoviert worden ist, konnten wir den derzeit besten Kenner der Geschichte Friedlands gewinnen. Er wird uns zu­nächst durch das Lager führen, wo Geschichte und Gegenwart nebeneinander existieren. Das lohnenswerte Museum kann dann individuell besucht werden, bevor es im Gasthaus Michel einen stärkenden Mittagstisch gibt, der uns auf den Aufstieg zum Denkmal vorbereitet. Dr. Schießl wird uns dort den höchst in­teressanten historischen Kontext der wuchtigen "Friedland-Gedächtnisstätte" erläutern. Wir kennen den Anblick der hoch aufragenden Flügel des "Tor zur Freiheit", die wenigsten sind tatsächlich oben gewesen, um dieses monumentale, manifest gewordene Stück deutscher Erinnerungskultur, man möchte sagen, zu erleben.

Um die Kosten gering zu halten und die Reise für verschiedene Interessengruppen zu öffnen, werden wir mit dem Zug nach Friedland fahren. Wir treffen uns am 13. April um 9.45 Uhr in der Bahnhofshalle. Wir werden dann dort je nach Bedarf Niedersach­sentickets kaufen, die es uns erlauben, schnell und preiswert mit dem Cantus (ab 10.14 Uhr auf Gleis 5) direkt vor die Tür des Museums zu fahren. Jeder Beteiligte kann entscheiden, welche Programmpunkte er oder sie mitmachen möchte, denn es fährt stündlich ein Zug zurück nach Göttingen.


 



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