Veranstaltungen

SALZGITTER - Industrie und Stadtgründung zur Zeit des Nationalsozialismus

ACHTUNG: Die folgende Studienfahrt kann leider wegen des Corona-Virus nicht stattfinden.

 

Sa., 16.05.2020
Leitung: Dr. Gudrun Pischke

Kosten: 59,-- € pro Person (incl. Fahrkosten, Eintritte sowie Mittagessen und ein Getränk)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stadthalle, Rückkehr zwischen 18.00 und 19.00 Uhr
Verbindliche Anmeldung bis spätestens 15.03.2020
Spätester Zahlungstermin: 31.03.2020, Konto des Geschichtsvereins

 

Die Erzlagerstätten im Salzgitter Höhenzug wurden im Sommer 1937 von den neu gegründeten „Reichswerken ‚Hermann Göring’ für Erzbergbau und Eisenhütten“ übernommen und bis 1945 in Tagebauen und Tiefbauten (Schächten) abgebaut. Unweit der För­derbetriebe wurde im Herbst 1937 mit dem Bau des Hüttenwerks zur Verarbeitung der Erze begonnen; der erste Hochofenabstich erfolgte zwei Jahre später. Insgesamt sollten 32 Hochöfen entste­hen. Und dies in einer landwirtschaftlich geprägten Region mit etwa 20 000 Einwohnern. Die für dieses neue Industriegebiet mit Abteu­fen von Schächten und Erzförderung, mit Bau und Betrieb des Hüt­tenwerks erforderlichen Arbeitskräfte wurden aus allen Teilen des Deutschen Reiches und bereits vor Kriegsbeginn auch aus dem Ausland herbeigeschafft, im Zweiten Weltkrieg dann Zwangsarbei­ter: Kriegsgefangene, Zivilarbeiter und KZ-Häftlinge.

Zur Unterbringung der Arbeitskräfte wurden zunächst Baracken­lager errichtet; schon 1937 war mit dem Wohnungsbau für (Fach)Arbeiter und ihre Familien begonnen worden. Durch die Reichswerke entstanden so in der Nähe bestehender Orte, der Kleinstadt Salzgitter und vieler Dörfer, Barackenlager und neue Wohnsiedlungen. Am 1. April 1942 wurde aus Salzgitter und 27 Dörfern die Stadt Watenstedt-Salzgitter (seit 1951 Salzgitter).

Die Exkursion beginnt in Salzgitter-Bad bei der ins Jahr 1919 zurückgehenden SMAG und wird in der einstigen Ostsiedlung vom Ende der 1930er Jahre fortgesetzt. In Salzgitter-Calbecht am Standort des ehemaligen Schachtes Hann. Treue II, heute Fach­hochschule, geht es um den Bergbau, der in den 1980er Jahren sein Ende fand.

Nach der Mittagspause – wohl in Salzgitter-Gebhardshagen – gibt es in Salzgitter-Hallendorf am Tor 4 der – heutigen – Salzgitter AG Informationen zu den Reichswerken. Weitere Stationen sind in Salzgitter-Lebenstedt Abschnitt I (Wohnungsbau) mit dem Gäste­haus der Reichswerke (heute Hotel am See) und Friedhof Jammer­tal, der 1943 als Ausländerfriedhof angelegt worden ist.



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